Vom OP auf die Bühne

Es begann mit einer CD. Mit dem Mitschnitt eines Konzerts von Andre Heller, das dieser anlässlich seines 60ers im Radiokulturhaus gab. Nicht, dass ich mich mit Heller auch nur irgendwie vergleichen wollte oder könnte, aber die Idee, Geschichten aus seinem Leben zu erzählen und dazu passende Lieder zu singen, hat mich in der Sekunde fasziniert. Und da mein eigener Sechziger vor der Tür stand, hab ich einen befreundeten Pianisten gefragt, ob er sich so etwas gemeinsam mit mir vorstellen könnte. Das Ergebnis war eine kleine Band, die heute „Peters G’mischter Satz“ heisst, mit Clemens Nowak am Piano, Florian Vass an der Gitarre und erst Anni Schuchter, nunmehr Elena Gönku an der Geige. Es folgte ein fulminantes Geburtstagsfest mit einem fast zweistündigen Auftritt, ganz nach dem Hellerschen Vorbild mit Wienerliedern, Songs von Konstantin Wecker, Leonard Cohen und Pirron & Knapp. Ein bunt gemischtes Repertoire also, garniert mit selbst erlebten Geschichten aus der Kindheit im Karl-Marx-Hof, der Schulzeit in Mödling, Geschichten aus der Studienzeit und natürlich aus dem Spitalsalltag.

Als Chirurg, nunmehr seit über 20 Jahren am Evangelischen Krankenhaus tätig, habe ich unglaublich viele Situationen erlebt, die erzählenswert sind. Lustige, berührende und leider auch traurige Geschichten haben sich in dieser Zeit angesammelt, und statt sie aufzuschreiben, erzähle ich sie auf der Bühne, Lustiges aus dem OP, der ja selbst sowas wie eine Bühne darstellt, aus der Ordination und aus dem Stationsalltag.

“Arzt im Dienst: Zwischenbilanz“, so habe ich mein erstes Programm genannt, das fast drei Stunden dauerte und das ich an verschiedenen Bühnen darbieten durfte, wie etwa in der Roten Bar im Volkstheater oder auch in der Edenbar. Es macht unglaublich viel Spaß, das Publikum zum Lachen zu bringen, zu berühren und Jugenderinnerungen wachzurufen. Wenn man auf der Bühne spürt, wie manche Lieder, sei es von den Beatles, sei es von Hermann Leopoldi oder Georg Danzer, dankbar aufgenommen werden, so ist das eine Verpflichtung, auch gesanglich besser zu werden. Seitdem nehme ich also Gesangsunterricht und bin erstaunt, in welche Höhen – im wahrsten Sinn des Wortes – die Stimme plötzlich reichen kann und welches neue Repertoire sich da auftut.

Ich empfinde die intensive Probenarbeit und die beglückenden Auftritte, bei denen man den Zuschauern spürbar viel Freude bereiten kann, als wunderbaren Ausgleich zu meiner doch sehr stressbetonten Tätigkeit als Chirurg. Paradoxerweise ist aber der OP der einzige Bereich, in dem ich nicht singe und Musik als konzentrationsstörend empfinde.

Also nichts wie raus aus dem OP und rauf auf die Bühne!

P. Jiru

"Ihr Aufschnitt bitte!" - Dr. Peter Jiru auf der Bühne

IHR AUFSCHNITT BITTE !

ein musikalisch kabarettistischer Abend
mit Dr. Peter Jiru

Nach dem erfreulicherweise so erfolgreichen „Arzt im Dienst-Zwischenbilanz“ erwarten sie im neuen Programm noch mehr Anekdoten aus dem turbulenten Chirurgenleben. Authentisch und mitreißend präsentiert Dr. Peter Jiru Alltagsgeschichten aus seinem Leben. Humorvoll, aber auch themenbedingt ein wenig zum Nachdenken – Lachen und Weinen sind ja oft nur um Haaresbreite voneinander entfernt. Natürlich darf die eine oder andere private Geschichte nicht fehlen! Musikalisch spannt sich der Bogen vom Wienerlied bis Charles Aznavour, von der Operette bis zu den Beatles sowie wieder entdeckte Lieder, in denen die Medizin im Zentrum steht. Ein abwechslungsreicher Abend der musikalisch von seiner Band „Peters G’mischter Satz“ begleitet wird.

Termine:
3.2. | 18.3. | 29.4.| 9.6.2017

EDENBAR, Liliengasse 2, 1010 Wien
Einlass 18.45 Uhr, Beginn 19.30 Uhr
Freie Sitzplatzwahl

Karten:
www.oeticket.com